On 31.03.2025 In Allgemein
Nachdem es in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen gekommen war, ein Angebot für sämtliche Geschlechter und Altersklassen anzubieten und immer wieder Spieler und Spielerinnen in die Nachbarvereine abwanderten, kam die Idee, mit den Möglinger Vereinen in Gespräche bezüglich einer Spielgemeinschaft zu gehen. Das Ziel: Handball für alle, von den Minis bis zu den Aktiven, anbieten zu können, ohne den Verein verlassen zu müssen.
Ähnlich ging es den beiden Möglinger Vereinen, dem CVJM und dem TV. „Dass wir in diesem kleinen Ort Möglingen zwei handballspielende Vereine haben, ist ja schon eine Sensation“, sagt Stephanie Bermanseder, langjährige Abteilungsleiterin der Handballabteilung des TV Möglingen. Dass diese zwei handballspielenden Vereine dann nicht kooperieren können, ist fast schon absurd. Doch die beiden Dachverbände ließen eine engere Zusammenarbeit nicht zu. Der CVJM Möglingen war über viele Jahre im Eichenkreuzverband organisiert. Der TV Möglingen hingegen im Handballverband Württemberg. Eine Spielgemeinschaft war somit nicht möglich.
Durch einen Wechsel der 1. Männermannschaft des CVJM vor einigen Jahren in den HBEM wurde die Idee konkreter. Im ersten Jahr spielten beide Möglinger Männer-Teams in der Bezirksliga. Man hatte also ein Heim- und ein Auswärtsspiel in der für beide Clubs heimischen Stadionhalle. „Im Männerbereich war das kurios, für die Jugend waren uns weiterhin die Hände gebunden“, erklärt Laurin Kretschmer, Spartenleiter Handball beim CVJM Möglingen. Dies hatte zur Folge, dass immer wieder Kinder zum Handballspielen Möglingen verließen. „Wir schafften es beide nicht genügend Kinder in den einzelnen Altersklassen zu haben, so dass der TSV Asperg oder die HSG Strohgäu von unserer Arbeit profitierten“.
Zur Saison 2024/2025 war es dann soweit, der CVJM Möglingen wechselte mit all seinen Mannschaften in den Handballverband Württemberg. Daraufhin folgten bereits erste Gespräche zwischen den beiden Möglinger Vereinen. Zeitgleich gab es bereits die bestehende Zusammenarbeit mit dem TV Markgröningen. Nachdem sowohl die Markgröninger als auch die CVJM männliche B-Jugend allein nicht spielfähig waren, erfolgte eine erste gemeinsame Mannschaft. “Also wechselten sechs Spieler zum TV Markgröningen, um in der dortigen B-Jugend weiter Handball spielen zu können“, erzählt Laurin Kretschmer. Begleitet wurden sie von einem Trainer des CVJM Möglingen, um weiterhin die Bindung nach Möglingen zu garantieren und sie spätestens im Erwachsenenbereich wieder nach Möglingen zurückzuholen. Daher wollte der CVJM Möglingen auch gegenüber dem TV Markgröningen mit offenen Karten spielen und bat Lena Heßler als Jugendleiterin mit an den Tisch.
„Gleich beim ersten Treffen merkten dann auch wir vom TV Möglingen, dass die Kooperation mit dem TV Markgröningen durchaus Sinn machte“, ergänzt Stephanie Bermanseder. „Mir war es wichtig, dass besonders in den jüngeren Altersklassen immer eine Mannschaft in Möglingen vertreten sein wird, um den Taxidienst für die Eltern so gering wie möglich zu halten“. Dies gelingt durch die Kooperation mit dem CVJM Möglingen. Im älteren Jugendbereich profitieren eher der CVJM Möglingen und der TV Markgröningen von der Kooperation.
Im Laufe der Saison wurde immer klarer, dass eine Zusammenlegung der drei Einzelvereine, welche zu Zeiten der immer mehr werdenden Spielgemeinschaften fast schon eine Rarität sind, immer unausweichlicher wird. Und so kam es zu ersten Gesprächen mit dem konkreten Ziel, eine Spielgemeinschaft bereits zur kommenden Saison zu gründen.
„Die Gespräche verliefen von Anfang an harmonisch, konstruktiv und sehr professionell,“ berichtet Anika Kind, Abteilungsleiterin der Handballabteilung des TV Markgröningen. Ihr Verein bringt die größte Spielerzahl in die neue Handballspielgemeinschaft Leudelsbach ein. Auch in den Fusionsgesprächen war der TV Markgröningen mit dem größten Team vertreten. Es wurden Untergruppen gegründet, die sich mit verschiedenen Schwerpunkten beschäftigen, drängt doch die Zeit durchaus. Der Handballverband Württemberg möchte bis 1. April eine Spielgemeinschaft gemeldet bekommen. Bis dahin musste Einigkeit beim Vertrag, der Finanzierung, der Köpfe, aber auch beim Namen, Logo usw. herrschen.
Diese Mammutaufgabe wurde fast in Rekordzeit gestemmt. „Wir haben sicherlich mit heißer Nadel gestrickt, doch allen Beteiligten war die große Motivation anzumerken die Spielgemeinschaft endlich aufs Gleis zu setzen“, sagt Michael Schober, Vorstandsmitglied des CVJM Möglingen.
„Wir erhoffen uns mit dem Zusammenschluss neben der Sicherung des Handballs in Markgröningen und Möglingen für alle Altersklassen natürlich auch eine Ausweitung der öffentlichen Wahrnehmung und somit auch des Interesses für Sponsoren,“ hofft Sandra Jahn, Kassiererin der Handballabteilung des TV Markgröningen.
Nachdem im März dann alle drei Einzelvereine die Bildung der Spielgemeinschaft beschlossen hatten, steht der neuen HSG Leudelsbach nun nichts mehr im Weg. Sie wird zur Saison 2025/2026 erstmals an den Start gehen. Die ersten Spiele der Jugendqualifikation werden bereits nach den Osterferien gespielt.
Die HSG Leudelsbach besteht aus insgesamt ca. 350 Handballspielerinnen und Handballspieler in:
- 4 Männermannschaften
- 2 Frauenmannschaften
- je einer männlichen und weiblichen A-Jugend
- je einer männlichen und weiblichen B-Jugend
- je einer männlichen und weiblichen C-Jugend
- zwei gemischten D-Jugenden und einer weiblichen D-Jugend
- zwei gemischten E-Jugenden und zwei weibliche E-Jugenden
- mehreren F-Jugenden und Mini-Mannschaften