Sensation in Kornwestheim

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Sensation in Kornwestheim

Gleichzeitig zu dem bereits geschilderten Sieg der etwas älteren Mädels spielte sich in Kornwestheim ein Drama ab. Allerdings mit Happy-End.
Es ist Sonntag morgen am Benzberg in Markgröningen und es ist weiß.

In der Nacht hat es geschneit und der Treffpunkt an der Sporthalle beginnt mit Schneebällen. Ein Zeichen oder gar ein Omen?


Wir sind nicht komplett, es fehlen ein paar Kranke, aber wir sind spielfähig und es geht los nach Kornwestheim. Die Mannschaft, die bisher alles in den Schatten stellte mit ihrem unwiderstehlichem Tempo- und Konterhandball.


Gegen den Zweiten Bietigheim gewannen sie vor kurzem mit 30:18.
Eigentlich sind damit die Vorzeichen klar und es geht im Prinzip nur darum, die zu erwartende Niederlage in Grenzen zu halten. Aber irgendwas ist anders an diesem Morgen. Wir wissen, dass die Kornwestheimerinnen zwei Verletzte haben. Wichtige Spielerinnen und im Tor waren sie ja noch nie so stark besetzt. Gibt es vielleicht doch eine kleine Chance?

Es ist 11 Uhr und das Spiel beginnt. Tatsächlich spielen die Gastgeberinnen ziemlich verhalten und bei weitem nicht so aggressiv wie sonst.
Clara ist dieses Abwehrverhalten auf den Leib geschneidert und sie kommt gleich zweimal durch. Dazu noch Leni Immendörfer und es steht 3:0.
Zum erstenmal, aber nicht zum letzten, beginnt das Herz des Trainers sich deutlicher zu bewegen. Es steht bis zur Auszeit von Kornwestheim dann sogar 6:2. Und es kommt noch dicker für den haushohen Favoriten. Chiara im Tor und die Abwehr davor sind enorm stabil und kämpfen was das Zeug hält. Im Angriff schlägt jetzt auch Hannah zu und noch einmal die andere Leni. 9:2. Die Trainerinnen von Kornwestheim beginnen mit dem Schiedsrichter zu diskutieren und auch das Publikum, sofern es zu den Gastgebern gehört, wird zusehends lauter. Ein Zeichen von Nervosität?
Jedenfalls steht es bei Halbzeit 11:5 für Markgröningen und in der Kabine taucht die Frage auf: Können wir dieses Spiel wirklich gewinnen?
Die Devise heißt Ruhe bewahren und einfach weiter machen. Es sieht tatsächlich so aus, als ob die Torwartfrage in Kornwestheim ein Problem ist. Nach jedem Anschlusstreffer der Gastgeber gelingt uns erneut ein Tor und so bleibt es bei einem relativ sicheren Abstand. 15:10. Und dann 19:14.
Acht Minuten vor Schluss die zweite Auszeit von Kornwestheim. 15:20 aus deren Sicht. Sie verwerfen einen Strafwurf. Einer von vieren an diesem Morgen, aber ihre beste Spielerin bekommt jetzt trotzdem einen Lauf. Bei uns lassen die Kräfte nach. Geht das jetzt doch noch schief? Aufatmen, Clara und Hannah treffen doch noch mal. 22:18. Noch anderthalb Minuten. Siebenmeter für den Tabellenführer. Wieder verworfen! Das muss es doch jetzt gewesen sein. Plötzlich tauchen sämtliche Spielerinnen des Gegners an unserem eigenen Kreis auf und stören sofort. Das zeigt Wirkung. Drei Tore in Folge und es steht nur noch 21:22. Dann endlich der Entlastungsangriff, doch der Schiri pfeift technischen Fehler. Wieder Kornwestheim in Ballbesitz und die Uhr geht einfach nicht vorwärts. Dafür schlagen unsere Herzen jetzt umso schneller. Der Kampf um den letzten entscheidenden Wurf geht weiter. Verlieren können wir jetzt nicht mehr. Aber dieser Gedanke ist weit weg. Die Mädchen wollen jetzt den Sieg. Und die Sirene erlöst uns tatsächlich von dieser nicht enden wollenden Spannung und gibt den Emotionen freien Lauf.
Was für eine Woche!!

Erst der Sieg gegen HABO, dann der Besuch des Bundesligaspiels in der Porsche-Arena am Donnerstag mit Einlaufen bei über 5000 Zuschauern.
Und jetzt das! Alles in einer Woche kurz vor Weihnachten.

Es kann nichts schöneres geben.

An dieser Stelle von meiner bzw. unserer Seite ein ganz, ganz großes Dankeschön an die Eltern. Sie sind immer dabei, nicht nur zum Bewirten und Trikots waschen. Ihr seid mit dem ganzen Herzen voll dabei und gebt immer alles. Das ist sehr außergewöhnlich. Aber jetzt dürft ihr die Schatztruhe öffnen und den Mädels kräftig was unter den Weihnachtsbaum legen.Sie haben es verdient.
Wir sehen uns natürlich wieder und bis dahin frohe und friedliche Weihnachten und ein ebenso erfolgreiches neues Jahr 2019.
Die Spielerinnen vom Sonntag im einzelnen: 
Cara (beinahe die Matchwinnerin), Leni I. (4), Mona ( immer eine Bank in der Abwehr), Hannah (2), Leni H. (5), Maya (1), Clara (10), Kathy (kampfstark und ohne Fehler), Chiara im Tor ( ein sicherer Rückhalt) und Vera (immer zur Stelle, wenn sie gebraucht wird).

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